Wie geht es mir – als HIV-positive Lehrkraft in der Schule?Erfahrungsaustausch von HIV-positiven Lehrer*innen.

Es gibt sie, HIV-positive Lehrkräfte. Das stellen wir immer wieder fest, in vertraulichen Gesprächen unter Kollegen verschiedener Schulen. Medizinisch ist der Fall ja auch klar: HIV-Positive können jeden Beruf ausüben. Juristisch auch. Aber wie ist das praktisch?
 
"Ich erlebe, dass Lehrer mit HIV deutlich mehr Sorgen haben vor Stigmatisierung und Diskriminierung im Schuldienst. Die Rechtslage ist zwar eindeutig, die Sorgen und Ängste sind aber gleich geblieben." Vermutlich aufgrund dieser Angst vor Stigmatisierung ziehen drei von vier HIV-Positiven es vor, in weiten Bereichen ihres Lebens mit niemandem über ihre Diagnose zu sprechen (positive stimmen 2.0 - Wie leben HIV-positive Menschen heute?).

Das gilt insbesondere für das Arbeitsleben, und vermutlich noch einmal mehr für Arbeit im Bildungsbereich, die auf soziale Interaktion mit zahlreichen Menschen notwendig angewiesen ist. Die meisten uns bekannten positivenen Kolleg*innen legen Wert darauf, ihre Infektion im direkten schulischen Umfeld geheim zu halten. Wie aufwändig ist das, wie gut gelingt das, wie belastend ist es, regelmäßige Medikamenteneinnahme und Labortermine zu organisieren, ohne dass die Kolleg*innen vor Ort an eine HIV-Infektion denken? Wie war das bei Einstellungsuntersuchungen? Mit wem kann man über diese Schwierigkeiten reden?
 
Wir sind bzw. waren selber HIV-positiv im Schuldienst. Und wir wissen aus der Erfahrung mit queeren Kolleg*innen, wie entlastend moderierter Erfahrungsaustausch sein kann. Deshalb möchten wir im geschützten Rahmen der Aidshilfe NRW, über die auch die Anmeldung läuft, einen Raum für Erfahrungsaustausch unter HIV-positiven Kolleg*innen schaffen. Bei Interesse sind Fortsetzungstreffen möglich.

Bodo Busch, positiv seit 2002, Sprecher queerer Gruppen in der GEW auf Stadt-, Landes- und Bundesebene, war Mathematiklehrer am Berufskolleg. Robert Schmitz, positiv seit 1997, Personalrats- und Lehrerrats-Tätigkeit, GEW-Mitglied und Förderschullehrer. Beide wirken auch als buddies im Peer-Begleitungsnetzwerk der Deutschen Aidshilfe.
 
Das Treffen findet am Donnerstag, 9. Dezember 2021, von 18.30 bis 20.30 Uhr, in den Räumlichkeiten der Aidshilfe NRW, Lindenstraße 20, 50674 Köln statt. Es gilt die 3-G-Regel. Bitte bringt einen geeigneten Nachweis mit.
 
Anmeldungen, die vertraulich behandelt werden, bitte per an gottfried.dunkel@nrw.aidshilfe.de senden.

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